{"id":7,"date":"2015-06-11T14:26:31","date_gmt":"2015-06-11T14:26:31","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.milon1895.at\/?page_id=7"},"modified":"2015-06-22T20:53:22","modified_gmt":"2015-06-22T20:53:22","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.milon1895.at\/?page_id=7","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<div class=\"csc-header csc-header-n1\"><span style=\"font-family: verdana; font-size: small;\"><b>Geschichte des Vereins<\/b><\/span><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"spacer-gif\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.milon1895.at\/clear.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"5\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p class=\"bodytext\">Das Gewichtheben (Stemmen) in St. P\u00f6lten hat Tradition: So wurde vor weit mehr als 100 Jahren (1895) im Gasthaus Sch\u00fclke in der Passauerstra\u00dfe 42 (heute: Gasthaus zum Eisenbahner) der \u201eAthletenklub Herkules\u201c gegr\u00fcndet. Der Klub wurde am 5.12.1908 auf den Namen des Obmannes und Gr\u00fcnders Josef Hable auf \u201eSt. P\u00f6ltner Turn- und Athletik-Club Hable\u201c umbenannt. Ab 1.12.1910 w\u00e4hlte man den Namen \u201eErster St. P\u00f6ltner Athletenklub Milon\u201c. Es war den Mitgliedern lt. \u00a7 2 der Vereinsstatuten strengstens verboten, innerhalb des Vereins politische und religi\u00f6se Diskussionen zu f\u00fchren. Das bedeutet, dass man sich bem\u00fchte den Verein weltanschaulich vollkommen neutral zu f\u00fchren. Dies ist insofern von Bedeutung, da gerade an der Schwelle des 20. Jahrhunderts von verschiedenen Seiten versucht wurde, Parteipolitik in die Sportvereine zu tragen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Berufsstand der Fleischhauer dominierte in den Anfangsjahren den Kraftsport in St.P\u00f6lten. Neben dem Eisenbahner Josef Hable und dem Wirten Anton Kubin aus Wagram finden sich gleich sechs Fleischhauer in der Mitgliederliste. Als st\u00e4rkster Athlet galt Franz Neidl, ebenfalls Fleischhauer, der beim Sto\u00dfen mit 150 kg dominierte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Kraftsport, und ganz besonders der Hantelsport, war in \u00d6sterreich immer schon ein beliebter Zeitvertreib. Zum Teil auch reine Show, viele Kraftmenschen konnte man im Zirkus bewundern. Heiter anmutende, die damals sehr ernst gemeinten kuriosen Herausforderungen, die \u00fcber Zeitungen kolportiert wurden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenn man in die Protokolle Einblick nimmt, bekommt man den Eindruck, dass \u201eArbeiter\u201c und \u201eB\u00fcrger\u201c in den Anfangsjahren recht gut miteinander Sport treiben konnten und dass Parteipolitik kaum eine Rolle im Verein spielte. Das sollte in sp\u00e4teren Jahren anders werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges kam es zum Stillstand des Vereingeschehens. Erst am 22.3.1919 lebte die Vereinst\u00e4tigkeit bei Milon unter Obmann Rudolf Artner, er war Fleischhauer und betrieb ein Gesch\u00e4ft in der Domgasse, wieder auf. Mit der Begr\u00fcndung, dass die aus dem Weltkrieg zur\u00fcckgekehrten M\u00e4nner in keiner Weise mehr Athleten glichen, wurde der \u201eAthlet\u201c im Vereinsnamen gestrichen und man nannte sich fortan \u201eErster St. P\u00f6ltner Kraftsportklub Milon\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">W\u00e4hrend man bis zum Jahre 1923 dem \u201e\u00d6sterreichischen Kraftsport-Verband\u201c angeh\u00f6rte, wurde am 23. Oktober 1923 ein Beitritt zum \u201e\u00d6sterreichischen Arbeiter-Athleten-Bund\u201c von 1911 beschlossen. Bei der Generalversammlung am 23.3.1919 ist das Protokoll noch mit dem b\u00fcrgerlichen Sportgru\u00df \u201eKraft Heil!\u201c unterzeichnet. Aber am 14. September 1919 scheint der Arbeitersportgru\u00df \u201eKraft frei!\u201c auf, obwohl ein offizieller Beschluss, den Verband zu wechseln, erst sp\u00e4ter gefasst wurde. Am 11. April 1921 wird in einer Versammlung berichtet, dass Gemeinderat Dr. Wilhelm Steing\u00f6tter einen Arbeiter- bzw. aus sozialdemokratisch organisierten Mitgliedern bestehenden Klub ins Leben rufen will. Es kam in dieser Sitzung zu keiner Entscheidung. Auch zwei Wochen sp\u00e4ter wurde ein Anschluss an die \u201eSok\u00f6\u201c mit 11 zu 13 abgelehnt. Am 9. Juni 1923 wurde der Beitritt zum Arbeiter-Athleten-Bund nochmals verschoben, w\u00e4hrend man vier Monate sp\u00e4ter fest davon \u00fcberzeugt war, zu wissen wohin man als Proletarier geh\u00f6rte. Der Anschluss zum politisch orientierten Arbeiter-Athleten Bund war vollzogen. Kurz danach musste der b\u00fcrgerliche St. P\u00f6ltner Sportclub eine Herausforderung von Milon ablehnen, da die beiden Konkurrenten Kraftsport-Verband unter Arbeiter-Athleten-Bund nicht gegeneinander austragen durften.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am 16. Dezember 1925 fusionierte sich Milon mit dem Arbeiter-Turnverein von St. P\u00f6lten, behielt aber seinen Namen. Arbeiterturner hatten von nun an das Recht an den \u00dcbungsabenden der Gewichtheber teilzunehmen. Umgekehrt durften Milon Mitglieder die Turnstunden des Arbeiter-Turnvereins besuchen. Beim gro\u00dfen Parteifest der Sozialdemokraten auf der Trabrennbahn (1926) gewann Milon vor S\u00fcdstern den gro\u00dfen Silberpokal der Stadtgemeinde St. P\u00f6lten. Nachdem sich S\u00fcdstern 1927 aufl\u00f6ste, trat ein Gro\u00dfteil der Athleten zu Milon \u00fcber.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Von Milon zu Siegfried<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zwischen 1927 und 1934 gibt es nur sp\u00e4rliche Aufzeichnungen, da die handschriftlichen Protokolle aus dem Protokollbuch entfernt wurden. Wenn man die Geschichte zur\u00fcckverfolgt, bringt man in Anbetracht der Ereignisse des Jahres 1934 daf\u00fcr Verst\u00e4ndnis auf. Am 23. M\u00e4rz 1934 erhielt der Obmann des Vereins, Josef Landerl, Hilfsarbeiter, folgenden Bescheid: \u201e Mit der Verordnung der Bundesregierung vom Feber 1934, BGBl. Nr. 78 ist der sozialdemokratischen Arbeiterpartei \u00d6sterreichs jede Bet\u00e4tigung verboten worden. Es ist amtsbekannt, dass der Verein, der seinen Rechtsbestand auf den Nichtuntersagungsbescheid vom 8. Feber 1929 gr\u00fcndet, im Sinne dieser Partei t\u00e4tig war und noch ist. Das Verm\u00f6gen der Organisation wird als beschlagnahmt erkl\u00e4rt: 1 Kassabuch, 1 Protokollbuch, 1 Mitgliedsbuch, 1 Stampiglie, 1 Stempelkissen und div. Belege, sowie Stemmstange mit Scheiben, Ringermatte, 1 Bank, 1 Kasten, Pokale und Bilder wurden eingezogen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nach der Aufl\u00f6sung der Arbeiter-Sportvereine anno 1934 findet man ein Protokoll der Gr\u00fcndungsversammlung des \u201eErster St. P\u00f6ltner Kraftsportklub Siegfried\u201c, praktisch ein Nachfolgeverein von Milon. In einem Bericht des Magistrates St. P\u00f6lten, Polizeiamt, hei\u00dft es: \u201eDie nunmehrigen Mitglieder dieses Vereins sind vaterl\u00e4ndisch eingestellt und der Sportvereinigung \u201eSturm 1934\u201c eingegliedert\u201c. Der Hinweis im \u00a7 2 \u201c\u2026die Bestrebungen die Arbeiterklasse zu unterst\u00fctzen, werden wieder mit dem Verbot von politischen und religi\u00f6sen Diskussionen ausgetauscht.&#8220; Gegr\u00fc\u00dft wird wieder mit \u201eKraft Heil!\u201c und man kehrt wieder in den Scho\u00df des \u201e\u00d6sterreichischen Kraftsport-Verbandes\u201c zur\u00fcck. Eine andere Alternative gibt es nicht mehr. Nach einem regen Schriftverkehr darf am 15. August 1935 wieder der Traditionsname \u201eErster St. P\u00f6ltner Kraftsportklub Milon\u201c angenommen werden.<\/p>\n<p>In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg kommt es zu Vergleichsk\u00e4mpfen mit dem St. P\u00f6ltner Kraftsportverein Sportklub, Harland, Sturm 19 und Herkules, wobei der letztgenannte Verein sich mit Milon 1935 fusionierte. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges erlahmen die Vereinst\u00e4tigkeiten in St. P\u00f6lten.<\/p>\n<p>Milon beginnt am 16. M\u00e4rz 1947 mit einem Er\u00f6ffnungstraining und Harland steigt 1948 wieder ins Wettkampfgeschehen ein.<\/p>\n<p>Noch einmal ein Blick zur\u00fcck: in den 20er Jahren war Gewichtheben eine der beliebtesten Sportarten in \u00d6sterreich und es gab sieben Vereine in St. P\u00f6lten, die Stemmer zu Meisterschaften entsandten. In Harland bildete sich eine Gruppe junger Burschen, die ihre Kraft durch das Heben schwerer Gewichte messen wollten. Vereinsm\u00e4\u00dfig schlossen sie sich 1921 dem Wilhelmsburger Sportverein \u201eVorw\u00e4rts\u201c an und 1924 machten sie sich unter dem Namen \u201eArbeiter Athleten Klub FREIHEIT Harland\u201c selbstst\u00e4ndig.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">1924 stie\u00df der \u201eA. K. Stattersdorf\u201c zu den Harlandern, und auf Initiative des damaligen Direktors der Harlander Zwirnfabrik wurde man Mitglied im \u201eHarlander Sportklub\u201c.<\/p>\n<p>Beim genaueren Nachz\u00e4hlen der Kraftsportvereine, die es je in St. P\u00f6lten gab, ist die Stemmerlegende Willibald Schaferl auf zehn Klubs gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es nur noch zwei: \u201eMilon\u201c und \u201eHarland\u201c. Die gro\u00dfe Zeit der St. P\u00f6ltner Gewichtheber scheint der Vergangenheit anzugeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 sind 47 Teamleistungen in der Rangliste des \u00d6sterreichischen Gewichtheberverbandes registriert. Im vorderen Drittel scheinen mit dem SC Harland (Rang 8) und dem HSV Milon (Rang 15) zwei St. P\u00f6ltner Traditions-Vereine auf. Mit Kraushofer Manfred (Milon) und Leister Andreas (Harland) ragen zwei Namen aus der Aufstellung der Stadtrekorde heraus. Mannschaftlich betrachtet, konnte sich Harland in den letzten Jahren immer vor Milon platzieren. Die Namen von Steingruber Ulrich, Lenk Gerhard, M\u00f6rth Gerhard und Resch Helmut findet man mehrmals in den internationalen Ergebnislisten. Zuletzt holte sich St. P\u00f6ltens Gewichtheberlegende Willibald Schaferl (82) Silber bei der WM 2005 in Kanada und Gold bei der Europameisterschaft in der Slowakei und er will auch 2006 bei diesen Meisterschaften nicht fehlen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dies ist ein Auszug aus dem Jahrbuch &#8222;1. St. P\u00f6ltner Kraftsportklub &#8211; MILON 1895 &#8211; 2005&#8220;. Das Buch kann bei Obmann <a href=\"https:\/\/www.milon1895.at\/index.php?id=22\">Eduard Mann<\/a> gegen eine freie Spende erworben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte des Vereins Das Gewichtheben (Stemmen) in St. P\u00f6lten hat Tradition: So wurde vor weit mehr als 100 Jahren (1895) im Gasthaus Sch\u00fclke in der Passauerstra\u00dfe 42 (heute: Gasthaus zum Eisenbahner) der \u201eAthletenklub Herkules\u201c gegr\u00fcndet. 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